Archiv12-2008

25. Dezember 2008
Gedanken zur Weihnacht
Die gestrige Spätmesse zum Heiligen Abend, die via Fernsehen in der ARD übertragen wurde, fand in der Twistringer Dependance des Vatikans statt. Während sich meine Töchter darüber freuten, den einen oder anderen Bekannten im Fernsehen zu beobachten, war es mir auch dieses Jahr nicht mögliche, das "frohe" an der Botschaft zu entdecken, die das Triumvirat am Altar zu bemühen suchte. Wie kann auch Freude entstehen, wenn sich die Menschen unwidersprochen gefallen lassen, dass sie als sündig und unwürdig beschrieben werden und darauf zu warten haben, das sie erlöst werden. Solange sich Menschen auf das Schuld- und Spaltungsvirus einlassen, wird es keine Erlösung geben. Sie sollten sich mit dem beschäftigen, was der lebendige Joshua Ben Joseph erzählt haben soll, nämlich das Königreich zu entdecken, was inwendig in ihnen selbst liege, anstatt die Toten zu befragen. Der Jesus am Kreuz hat nichts mit dem Leben zu tun, sondern mit der Versklavung des Geistes durch Not, Tod, Leid, Schmerz und Dummheit, was durch die fünf Male an seinem Körper symbolisiert wird. Das Mosaische bzw. Mohamedaische Modell ist nicht weniger töricht, da diese ebenfalls von Exklusivität ausgehen und sich einbilden, die einzig wahre Botschaft des einzigen Gottes zu verkünden. Nur von ihren Wurzeln und von ihrem Selbst gespaltene Menschen sind empfänglich für diese "Wahrheiten". Vollständige Menschen wissen, das jeder ein individueller Ausdruck des göttlichen Seins ist und Religion nicht dazu da ist, diese Kenntnis zu befördern, sondern zu unterdrücken, um die geistige Knechtschaft aufrechtzuerhalten. So werden wir uns weiterhin gegeneinander aufhetzen lassen, um die gleichen (knapp gehaltenen) materiellen Ressourcen kämpfen, uns auf Trapp halten und uns von der Hoffnung tragen lassen, dass alles noch viel schlimmer werden könnte. Das Gesetz der Anziehung bestätigt das auf fundamentale Art und Weise, denn das, was wir denken, manifestiert sich im Außen. Das bedeutet nichts anderes, als das jeder seine eigene Wirklichkeit selbst konstruiert und er im Außen genau das vorfindet, was er fürchtet, bez. liebt. Es ist einzig die Frage, wie viel Energie jeder Einzelne in das eine oder andere System investiert. Aus diesem Grund sollten wir aufgehören, gegen Dummheit, Manipulation, Korruption usw. zu kämpfen, weil dieses System damit mit der eigenen Energie am Leben erhalten wird. Wir sollten ihnen all das verzeihen, denn sie handeln entweder aus Dummheit, Unwissenheit oder Verblendung. Siddhartha Gautama, den wir unter dem Buddha kennen, hat dies in den beiden Grundübeln des Menschen beschrieben: Das Anhaften und das Nichterkennen. Beides ist motiviert durch Angst und somit Idealerweise miteinander verklebt. Es gibt keinen besseren Klebstoff als den der Angst, denn er verhindert das Loslassen und das Erkennen. Beides ist Vorraussetzung für die Weiterentwicklung des Menschen als Spezies. Alles andere führt zur leidvollen Fortführung des Anthropzentrismus im Allgemeinen und zur Ausbreitung des Egozentrismus im Individuellen. Es liegt an jedem selbst, wie lange dieses zerstörerische Finanz-, Wirtschafts- und Politsystem am Leben erhalten wird, in dem es jeder einzelne unterhält. Was stand im Eingang zum Orakel von Delphi? Nosce te ipsum! - Erkenne Dich selbst! Nutze dein Außen als Spiegel, um etwas über dich selbst zu erfahren und lerne daraus. Denn wenn du nicht lernst, wirst du es in einem weiteren Leben wiederholen müssen, bis du die Lektion gelernt hast. In diesem Sinne empfehle ich ihnen die Lektüre des Inkarnationsvertrages